Startseite » Herd richtig anschließen

Herd richtig anschließen

Schritt für Schritt Anleitung zum Anschließen Ihres künftigen Herds

0. Rechtliche Aspekte

Eigentlich ist es ja so, und das wird nun den Leser nicht besonders überraschen, dass es in Deutschland für alles Vorschriften gibt. Selbstverständlich auch für elektrische Anschlüsse dieser etwas stärkeren Art, die müssen nämlich vom Fachmann ausgeführt werden. Wenn etwas passiert, und der Anschluss wird als selbstgebastelt erkannt, dann verweigert nicht nur jede Versicherung irgend eine Leistung, sondern der findige Anschlusseigentümer kann auch noch mit einer Anklage wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung oder vielleicht sogar Mordversuch zur Rechenschaft gezogen werden. Deshalb sollte man sich das sehr gut überlegen, ob man solch einen Anschluss wirklich unbedingt selber machen will, oder ob man besser die 50 Euro auf den neuen Herd drauf legt und sich einen Fachmann mit bestellt, der den Herd anschließen kann, so wie das sein muss. Gleiches gilt übrigens auch dann, wenn man nur das Herd Ceranfeld erneuern muss, auch dieses muss genau nach den entsprechenden elektrotechnischen Regeln angeschlossen werden.

1. Drehstrom liefert die nötige Energie

Jeder leistungsfähige Herd, ausgenommen vielleicht kleine, externe Einkochfeldplatten, hat eine so große, maximale Leistungsaufnahme, d. h. er zieht ggf. so viel Strom, dass eine damit verbundene übliche 220-Volt-Steckdose völlig überfordert wäre. Da diese so genannten Schuko-Steckdosen im normalen Haushalt höchstens mit 16 Ampère (ca. 3.5 kW) abgesichet sind, würde bei beherztem Betrieb des Herdes ständig die Sicherung fliegen. Es gibt natürlich auch super Spezialisten, die fehlende Sicherungen mit Staniolpapier überbrücken. Was passiert, wenn da mehr als 16 A fließen ? Es wird sehr heiß, beim Staniolpapier, aber auch überall auf der Leitung in der Wand. Irgendwo gibt es dann immer eine Schwachstelle, die sich zuerst entzündet, und dann brennt die Wohnung lichterloh.

Anders beim Herd anschließen mit einem Drehstromanschluss. Dabei handelt es sich um 3 relativ starke, deutlich höher abgesicherte, stromführende Adern, die in ihrer Wechselstromphase jeweils genau um 120 Grad versetzt schwingen, vergleichbar mit einem 3-Zylindermotor, der eine Kurbelwelle rund laufen lässt. So erreicht man, dass dieser Drehstrom-Wechselstrom quasi zu jedem Zeitpunkt eine relativ hohe Spannung hat, Momente des (netto) Null-Durchgangs gibt es nicht. So ist die hohe Leistungsdichte möglich.

2. Was beim Anschließen zu beachten ist

Bei den Farben dieser drei Phasen-Kabel muss man ein bisschen aufpassen, je nach Alter des Hauses oder des Herdes. Rot, braun, schwarz, manchmal auch orange oder grau kommen da vor. Diese drei Phasen dürfen auch nicht beliebig vertauscht werden. Auch die drei Zylinder des Motors müssen ja in einer bestimmten Abfolge hoch und herunter schwingen, ansonsten arbeiten sie gegeneinander.

Das blaue Kabel ist aber immer der Nullleiter, auf den sich mit Blick auf die Potentialdifferenz, was ja Spannung bedeutet, alle drei Phasen beziehen. Das gelb-grüne Kabel ist stets, wie bei jeder normalen Steckdose, mit der Erdung des Hauses verbunden. Ältere Systeme, die es heute immer noch gibt, ob das nun der Hausanschluss ist, oder auch ein entsprechend alter Herd, stellen nur vier Drehstromanschlüsse zur Verfügung (beim Herd Ceranfeld ist dies nicht zu befürchten, da diese Technik schon zu modern ist). In diesem Fall ist der Nullleiter und die Erdung ein gemeinsames Kabel (früher sogar rot). Aber Vorsicht, wenn Sie das heute so in einer modernen Wohnung verwenden, verhindern Sie unter Umständen die sachgerechte Funktion des Fehlerschutzschalters (FI).

3. Anschlussdose und Stecker

Wenn man sich beispielsweise eine größere Kreissäge kauft, dann hat diese einen heute üblichen 5-poligen Drehstrom-Stecker, der problemlos in die entsprechende Dose in der Werkstatt passt. Nicht so beim Herd, der meistens ohne Stecker ausgeliefert wird, weil in der Regel davon auszugehen ist, dass der entsprechende Anschluss in der Küche nur eine Anschlussdose, aber eben nicht eine 5-polige Drehstrom-Steckdose ist, denn dafür ist hinter der Küchenzeile meistens auch kein Platz vorhanden. Aus diesem Grunde ist in den aller meisten Fällen ein fachgerechter Anschluss des Herdes durch einen Elektriker erforderlich.